Luegg Häuser (Geschichte)

Von der Errichtung bis in die Gegenwart…

Die beiden Luegg-Haeuser mit den Hausnummern 11 und 12 stehen an am östlichen Rand des zwischen 1156 und 1164 errichteten trapezförmigen Grazer Hauptplatzes, direkt an der Ecke zur Sporgasse.


Quelle (Plan): Österreichische Kunsttopographie Band LIII (siehe unten)

Der Name der Häuser leitet sich nicht wie man vielleicht vermuten möchte von deren Erbauer her sondern von einem umgangssprachlichen Wort „lugen“ (= ums Eck schauen), da man ums Eck in die schmale Sporgasse sehen kann.

Die Häuser sind mit wunderschönem barocken Stuck verziert, der sich sowohl in der Art wie auch in der Farbe unterscheidet, weswegen optisch nicht erkennbar ist dass diese beiden Häuser zusammen gehören. Eine weitere Besonderheit der beiden Häuser ist, dass es die einzigen am Hauptplatz sind, deren spätgotische Laubengänge bis heute erhalten sind und das nahezu auf der kompletten Länge ihrer Fassade.


Quelle: Postkartensammlung GrazMuseum Online. Haus Luegg am Hauptplatz und Blick in die Sporgasse. Datierung: 1913-1914. http://gams.uni-graz.at/o:gm.1038

Das linke Gebäude als „das Luegg-Haus“ bekannte Hausnummer 11 wurde im Jahr 1489 erstmals im Zusammenhang mit einem Herren namens Anton Müller erwähnt. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde es barockisiert. Der Künstler, der dem Haus seine heute braune Fassade mit blumenreichen Ornamenten verlieh, war vermutlich Domenico Boscho. Im Jahre 1605 wurde das Haus von einem Ratsbürger und Handelsmann namens Mathes Moßer erworben, was ihm den Namen „Moßeregg“ verlieh. Vermutlich Ende des 17. Jahrhunderts wechselte es abermals seinen Besitzer und gehörte dann der Familie Warnhauser. Bis kurz vor Ende des 20. Jahrhunderts war in dem Haus ein in Graz sehr bekanntes Geschäft „Kölz“, das hochwertige Souvenirs und Postkarten verkaufte. Heute ist in diesem Haus die Grazer Filiale von „Swarovski“.

Das rechte Gebäude mit der Hausnummer 12 wurde 1529 als Besitz des Apothekers Simon Arbeitter erstmals erwähnt. 1686 erwarb es der Kaufmann namens Bernhard Zeller, der das Gebäude vermutlich aufstocken und durch Johann Antonio Teruggio barockifizieren ließ, was ihm seine heutige ziegelrote Fassade mit den eher geradlinigen Verzierungen gab. Im Jahre 1776 erwarb es Familie Warnhauser, wodurch beide Häuser erstmalig in einem Besitz waren. 1926 wurde der gemeinsame Eingang der beiden Häuser in die Sporgasse verlegt. Das große Metalltor sieht noch immer so aus wie damals. Heute sind in diesem Haus Filialen von „Martin Auer“ und „Lush“. 

Unser Unternehmen zog am 1.5.2013 im 3. Stock im Haus Nummer 11 ein. Wir hatten damals nur einen Raum in einer großen Immobilie. Seit 1.9.2014 sind wir im Haus Nummer 12 im 1. Stock und haben seither ein „richtiges Büro“ mit Empfangsbereich, Buero- und Besprechungsraum.

Der Eingang zum heutigen Postplatz der beiden Häuser war ursprünglich wohl der Eingang in eine Wohnung. Heute sind hier neben den Postkästen unser Büro aber auch Lager und Nebenräume anderer Firmen. Der Türstock ist noch sehr gut erhalten wenn auch eher unscheinbar, ebenso wie das Türschild der letzten Bewohner.

Wir sind sehr stolz darauf in diesem historischen Gebäude zu arbeiten, haben unser Büro modern und doch passend zum Haus eingerichtet. Sehr gerne zeigen wir unseren Kunden und Besuchern z.B. die Gas-Auslässe an der Decke, wo vor vielen Jahren Lampen hingen.

Bücher-Quellen:
1. Österreichische Kunsttopographie Band LIII – Stadt Graz, Verlag: Schroll/Berger (Wien), Jahr: 1997, ISBN: 3-7031-0697-2
2. Kulturführer Graz, Verlag: böhlau (Wien), Jahr: 2003, ISBN: 3-205-77081-1
3. Geschichte der Stadt Graz, Häuser und Gassenbuch der Stadt Graz, Band 1, Verlag: Styria (Graz), Jahr: 1959

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